Fotowissen einfach erklärt:

#10 / Weniger ist mehr - minimalistisch fotografieren!

Der gute alte Spruch "weniger ist oftmals mehr", findet auch in der Fotografie vielfach Anwendung. Es gibt besonders in der Natur- und Tierfotografie viele Fotografen, die gerne "minimalistisch" unterwegs sind und ihren Bildaufbau entsprechend so gestalten. Diese Bilder wirken extrem interessant, weil der Betrachter nicht nur das Hauptmotiv im Auge hat, sondern sich auf die Umgebnung konzentriert. Einer der diese Bildkompositionen meisterhaft beherscht, ist der Natur- und Tierfotograf Chris Kaula (einfach mal die Suchmaschine benutzen).

Diese minimalistischen Fotos entstehen oft durch Zufall, wie hier im nachfolgenden Bild zu sehen. Die Küstenseeschwalbe saß recht weit von mir entfernt auf einem kleinen Pfahl im Sylter Wattenmeer. Der Himmel war an diesem Tag bedeckt und das Licht am Nachmittag nur vergleichsweise schwach. Dadurch wirkte die Wasseroberfläche hellblau und war auf die Entfernung gesehen kaum noch vom Himmel zu unterscheiden. Der Pfahl spieglt sich zudem leicht in der fast glatten Wasseroberfläche und etwas Seegras im Vordergrund lässt das Bild insgesamt interessant wirken.

Objektiv: Sony 70-350 mm / Blende f6,3

#9 / weiches Bokeh - der unscharfe Hintergrund!

In der Potraitfotografie findet häufig das Stilmittel der "Freistellung eines Motivs" Verwendung. Der Fokus des Betrachters wird so auf das wesendliche Detail im Foto gelenkt, ohne störende Umgebungsdetails mit hervorzuheben. Das "weiche Bokeh" - also der unscharfe Hintergrund - bewirkt, dass das Hauptmotiv vom menschlichem Auge noch deutlicher wahrgenommen wird. Um ein möglichst hamonisch gestaltetes Bild zu kreieren, kann der Fotograf nun zu verschiedenen Mitteln greifen um ein weiches Bokeh zu erzeugen. Er kann das Modell natürlich je nach Örtlichkeiten weit entfernt von störenden Umgebungsdetail platzieren, aber manchmal sind die Verhältninsse vor Ort aber einfach zu beengt oder das Licht stimmt nicht um das Foto optimal zu belichten.

Der Fotograf wird in einer solchen Situation mit unterschiedlichen Brennweiten und mit einer offenen Blende agieren, welches die Schärfe nur auf das Motiv legt und den Hintergrund weich und unscharf abbildet. Hier kann er mit verschiedenen Blendenöffnungen "spielen" um mal mehr oder weniger Hintergrund zu zeigen und das Bild "ruhiger" wirken zu lassen.

Mein "Modell" auf dem nachfolgenden Bild - dass kleine Kapuzineräffchen im Tierpark Ströhren - wollte ich möglichst ohne unruhigen Hintergund in das Bild bringen und um die feinen Haare bzw. die Details im Gesicht möglichst scharf darzustellen.

Das verwendete Zoomopjektiv, ein Sony 70-350 mm, war auf Blende f4,5 eingestellt um das Motiv möglichst nah und mit einem extrem weichem Bokeh darzustellen. 

  

#8 / Sonnenuntergänge am Strand fotografieren!

Sonnenuntergänge an der Küste zu fotografieren gehört zu den beliebtesten Motiven eines jeden Strandurlaubers. Diese Urlaubsbilder sehen aber hinterher leider viel zu oft immer "gleich" aus und haben ansonsten wenige interessante Bildelemente zu bieten. Wenn man als Fotograf die Szenerie an so einem schönen Sommerabend einmal länger beobachtet, dann stehen da die Urlauber oft mit dem Handy in der Hand so nahe wie möglich an der Wasserkante. Von dort aus wird dann, meist im Stehen, ausschließlich der weit entfernten Horizont fotografiert. Je nach Qualität der Kamera (oder des verwendeten Mobiltelefons) kommen da auch teilweise schöne Fotos heraus. Als ambitionierter Hobbyfotograf haben wir aber natürlich noch das eine oder andere "Stilmitttel" zur Bildgestaltung im Repertoire. 

Was machen wir also um unser Foto interessanter zu gestalten, als die Urlaubsfotos der anderen Strandbesucher? Wir wechseln einfach einmal die Perspektive und gehen bspw. einmal etwas in die Hocke oder legen uns in den Sand (Achtung: Wellen!!!). Dazu suchen wir uns einen interessanten Vordergrund im Sand vor uns. Das kann eine Muschel, ein Stein, eine Qualle oder einfach nur ein wenig Seetang sein. Ein paar kleine Wellen sind ebenfalls interessant und bringen uns zudem eine tolle Tiefe in das Bild. Die Blende im Bereich um f8 - f13 ist ideal um auch das gesamte Bild bis zum Horizont scharf abzubilden. Die Verschlusszeit sollte möglichst kurz eingestellt werden um die Wellen auch detailliert darzustellen. Der Iso-Wert wird so niedrig wie möglich gewählt um ein Rauschen im Foto zu minimieren. Je nach Lichtsituation müssen wir die Werte etwas aufeinander abstimmen (oft hilft einfach mal verschiedene Einstellungen auszuprobieren). In einem anderen Blogbeitrag werde ich noch auf andere Stilelemente in der Fotografie eingehen, beispielsweise mit unscharfen Hinter- oder Vordergrund zu agieren oder mit Filtern "weiches Wasser" zu erzeugen. Die Fotografie in der blauen Stunde kann ebenfalls einen besonderen Look kreieren -hierzu aber später mehr. In unserem Beispiel geht es erst einmal um ein durchgehend scharfes Foto. In den unteren Beispielbildern seht ihr wie so ein Sonnenuntergangfoto gestaltet werden kann und wie die Kamera Einstellungen von mir gewählt wurden.

Objektiv: Sigma 10-18 f2,8 / Blende f8, Brennweite 15mm, 1/500 Sek. Verschlusszeit, ISO 320

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Gleiches Objektiv, nur hochkant fotografiert, kurz vor Sonnenuntergang (zu Beginn der "Blauen Stunde"). Blende f8, Brennweite 10 mm, Verschlusszeit 1/800 Sek., ISO 1000.

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#7 / Gegen den Wind fotografieren!

Sturm und Wind sind für uns Fotografen immer ein Grund raus zu gehen und zu fotografieren, denn sie bringen uns meist tolle Wolkenformationen. Wenn dazu noch die Sonne scheint, sind die Bedingungen perfekt um "gegen den Wind zu fotografieren". Wolken die auf uns zu kommen, verleihen den Bild eine schöne Tiefe und führen unseren Blick in die Ferne. Ein wenig an den Kontrast Reglern gedreht (siehe Blog #6) und der Himmel wird dramatischer, was besonders bei Gewitterwolken ein interessantes Foto generiert. Die Blende sollte so eingestellt werden das das gesamte Bild scharf dargestellt wird, also f8 - f13 (je nach Lichtsituation). Die Verschlusszeit sollte nicht zu lang gewählt werden. 1/800 Sek sollte es schon sein um die Wolken klar und scharf abzubilden. Ein ISO-Wert von 50-200 vermindert zu viel Rauschen im Bild. 

 Samsung Galaxy S22, Blende f8, 1/2000 Sek., ISO 50 (Handybild)

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 Sony A6400, Sigma 16mm, Blende f8, 1/1250 Sek. / ISO 100

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